Mitten im Leben und nah am Menschen - Bart Echle erzählt seine Lebensgeschichte

Shownotes

In dieser Folge erzählt Bart Echle von seinem Weg in den sozialen Bereich, von großartigen Kolleginnen und Kollegen, Respekt und der Aufmerksamkeit für die Menschen, mit denen er arbeitet. Er spricht aber auch Klartext: über politische Entscheidungen, Kürzungen und darüber, welchen Wert soziale Arbeit für unsere Gesellschaft haben sollte. Und er erzählt vom persönlichen Glück – vom Ankommen, von seiner Familie und davon, einen Beruf gefunden zu haben, der für ihn längst mehr ist als nur ein Job.

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00:00:00: Jeder Mensch ist auf seiner eigenen Reise und hat seine eigene

00:00:05: Lebensgeschichte.

00:00:06: Hier im St.

00:00:07: Josephshaushärten erleben wir täglich viele dieser Reisen – ganz unterschiedlich, aber doch miteinander verbunden!

00:00:15: Menschen kommen zusammen zu leben, zu arbeiten, zu begleiten und zu wachsen.

00:00:21: Jeder bringt seine eigene Geschichte mit, seine Herausforderungen, seine Wandelung, seine Momente des Zweifels.

00:00:29: Wir begegnen Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten, Träumen und Erfahrungen.

00:00:35: Auch wenn wir alle unseren eigenen

00:00:37: Lebensweg gehen, kreuzen

00:00:39: sich unsere Pfade

00:00:40: doch immer wieder.

00:00:42: In diesen Begegnungen

00:00:43: entsteht etwas Besonderes Denn jede einzelne Lebensgeschichte ist ein Kapitel im großen Buch unseres Hauses.

00:00:51: Gemeinsam zeigen sie

00:00:52: was Gemeinschaft

00:00:53: in Vielfalt bedeutet.

00:00:55: Mein Name ist Florian Berndt und gemeinsam erzählen Hallo, willkommen zu einer neuen Folge unseres Sanctius House Podcasts Lebensgeschichte.

00:01:13: Heute habe ich Herr Echle mit mir.

00:01:15: Herr Eichle?

00:01:15: Wer sind Sie?

00:01:16: Wo kommt ihr her?

00:01:17: Mein Name ist Bart Echel.

00:01:18: Viele werden mich wahrscheinlich noch unter den Namen Boijovsky Batush kennen.

00:01:22: Im Rahmen eines Heirats habe ich den Namen von meiner Frau angenommen, da es für die meisten etwas einfacher war und hab dann auch meinen Vornamen abgekürzt weil mich sowieso die meisten Bart oder Barty... genannt hatten.

00:01:36: Ja, ich bin neunzehnhundert achten und siebzig in Polen geboren bin neunsundneinzig nach Deutschland gezogen mit meiner Mutter.

00:01:42: mein Vater hatte schon hier gelebt in Rheinfelden.

00:01:44: daher bin ich in Rheinfeld aufgewachsen und da ging ich auch zur Schule.

00:01:48: was

00:01:48: hat sich dazu bewegt ihren derzeitigen Beruf auszuüben?

00:01:51: Ich hatte einige Kollegen auch jetzige Arbeitskollege war schon vor mir hier auch auf Markov.

00:01:57: ich war auch sehr gut befreundet mit damaligen Sohn des Werkstatt Leiters und der WFBM.

00:02:03: Dadurch hatten wir immer irgendwie Berührung zu den Menschen hier, ich war auch viel in Herden... Dann das war mit der Neunzeiger-Zegger habe ich einen Ferienjob gemacht.

00:02:13: Erst mal zwei, drei Tage Praktikum und dann gab es beim Pfingstferien hier im St.

00:02:18: Josephshaus.

00:02:18: auf neunzehn Elf hab' ich ein Ferienjob gemacht.

00:02:21: Drei Wochen lang!

00:02:22: Das war so der erste Schritt in das St.-Josefs Haus Leben.

00:02:26: Was hat sie denn dazu bewegt sich im St.-Georgeshaus zu bewerben?

00:02:29: Ich habe meine Schulkarriere der Neuneinzehnten.

00:02:47: Waren Sie

00:02:55: dann sofort überzeugt oder hat es eine Weile gedauert, bis sie sich diese Entscheidung durchgehoben

00:03:00: haben?

00:03:00: Überzeugend war ich relativ schnell, allerdings ich war relativ grün hinter den Ohren.

00:03:05: relativ jung.

00:03:06: Theoritäten waren dann auch ein bisschen anders noch und ich hatte sehr, sehr strenge Chefinn und sehr souveräne Mitarbeiter.

00:03:13: Was die Team angeht habe ich mich nicht wirklich wohl gefühlt aber Job an sich war super.

00:03:18: das war damals eine Kindergruppe, Kinder- und junge Erwachsene und was er spannend hat mir sehr viel Spaß gemacht deswegen.

00:03:24: Und dann kam der damalige Bereichsleiter und hat mich gefragt ob ich interessiert wäre die Ausbildung zu machen.

00:03:30: Aber ich müsste ja auch die Gruppe wechseln, da dachte ich ja kommt es klingt gut Dann die Ausbildung angefangen, zweitausend.

00:03:36: Hatte

00:03:36: jemand in diesem Prozess dann unterstützt?

00:03:38: Wer ist denn Ihre Vorbilder?

00:03:39: Der damaliger Bereißleiter das war Christoph Siebold, fand ihn ganz toll!

00:03:43: Das war auch ein sehr toller Mensch hier weil der viel für die Leute auf den Mitarbeiter hat mich damals motiviert hier zu bleiben bzw.

00:03:52: die Ausbildung zu machen.

00:03:53: und halt er hat ja noch lange gearbeitet bis er dann in Rente gegangen.

00:03:57: Wie war

00:03:57: es dann als wir das erste Mal so richtig angefangen haben?

00:04:00: Wie habt ihr sich

00:04:01: gefühlt?!

00:04:01: War es ein einfacher Übergang?

00:04:03: Ja, also ich hab damals muss ich im Wechsel bin auf Null Neun Null Drei.

00:04:06: Im Ariatresienhaus ist das gleich, da wo jetzt der Versorgungszentrum steht hat eine ganz tolle Chefin was echt sehr leicht gemacht hat.

00:04:14: Ausbildung war nicht einfach die sagen war sehr anspruchsvoll aber auch das haben wir geschafft.

00:04:20: Welchen Menschen sind Sie auf diesem Weg begegnet?

00:04:23: Gab es Hürden zu überwinden?

00:04:24: Ich hatte ganz viel Glück, ich glaube, dass ist auch ein Punkt warum ich nach knapp sieben- zwanzig Jahren noch hier bin oder sechsundzwanzig Jahre.

00:04:31: Ich hatte immer sehr gute Arbeitskollegen, sehr gute Chefs und sehr gute Bereisliter was mich immer hier gehalten hat und ich hatte halt auch echt tolle Klienten mit denen ich gearbeitet habe.

00:04:43: Sehr sehr verschiedene tolle Charakter sondern unsere Bewohner hier.

00:04:48: Ich könnte viele Geschichten erzählen, aber das würde den Zeitrahmen

00:04:51: sprengen.

00:04:51: Was haben Sie wegen dieser Zeit gelernt?

00:04:53: Wie sind sie durch Ihre Erfahrung persönlich

00:04:56: gewachsen?

00:04:56: In erster Linie, wenn man hier anfängt als junger Wachsender lernt man sehr viel Lebensfraktisch.

00:05:01: Man muss lernen zu kochen und waschen einfach das, was man halt Zuhause auch machen muss.

00:05:06: Das hat mich sehr geprägt.

00:05:08: Viel Toleranz habe ich gelernt und lerne immer noch.

00:05:11: Das ist ein lebenslanger Prozess.

00:05:13: Geduld hab' ich gelernt, Geduld zu haben.

00:05:15: Sowohl mit Medaille than auch... Wohnen und Obrigkeiten, Systeme und Politik.

00:05:21: Da muss man sich sehr stark damit auseinandersetzen jetzt auch.

00:05:25: Auch da muss ich lernen das stückweit auszublenden und nicht alles zu herzen nehmen.

00:05:31: Was war Ihre größte Herausforderung?

00:05:33: Und wie haben Sie diese gemeistert?

00:05:35: Die größte Hörsausforderung ist jetzt gerade.

00:05:38: Vater geworden vor eineinhalb Jahren Und schon davor habe ich angefangen zu lernen, das ist ein langer Prozess immer noch nicht abgeschlossen.

00:05:45: Einfach mal loslassen zu können wenn man nach Hause geht die Arbeit bei der Arbeitszulassen Problematiken mit den Bewohnern was meine konkrete Arbeit angeht ist nicht Problem aber das ganze drumherum eben die Politik.

00:05:59: Was kommt jetzt?

00:06:00: Sag mal so, das Bild meines Berufes ändert sich wahnsinnig!

00:06:04: Ich habe das Gefühl dass wir zur Roboter werden, diese Leistung abliefern müssen und nur das was bezahlt wird, das müssen wir machen und alles andere nicht mehr.

00:06:13: So klingt es auf jeden Fall für mich.

00:06:15: vielleicht wird es auch gar nicht so schlimm, hoffe ich auch.

00:06:17: aber damit muss ich kämpfen, das nervt mich ja... Das ist die Politik.

00:06:21: da kann das Sanctiosa sein natürlich nichts dafür, dann mache ich auch niemanden dafür verantwortlich.

00:06:27: Die Politiker, ja die haben nicht bis Ende gedacht.

00:06:30: Also auch andere Probleme, die man vielleicht mit Obstrichtkeiten hat.

00:06:36: Gimproblematiken, da wo viele Menschen sind, da menschelt es halt und das bleibt nicht aus.

00:06:40: Und angekommen bin ich erst dann wenn ich akzeptiere, ärger dich nicht über Sachen, die du nicht ändern kannst.

00:06:45: Das wäre größter Erfolg!

00:06:47: Was war Ihr größter Erfolg?

00:06:48: Und hat sich der Weg dorthin gelohnt?

00:06:50: Ich glaube es gibt viele kleine, für Dich zu sagen ist ja viel Erfolge.

00:06:54: Ich habe hier Menschen begleitet, die degenerative Krankheiten hatten.

00:06:58: ganz normales Leben geführt haben und dann doch schlussendlich in Josef's Haus gelandet sind, dann auch verstorben sind.

00:07:03: Und bei der einen Person konnte sehr gut eine gute Beziehung zu ihm entdecken und gewisse Wünsche die er quasi nur vor seinem Tod weil das war ja absehbar, konnte ich ihn erfüllen.

00:07:14: Das fand ich sehr gut.

00:07:16: Wir haben halt auch vor... Als ich Ausbildung fertig hat, im Jahr zwei-tausend drei, zwei-tausend vier war ich auf so einer Projektgruppe.

00:07:22: da haben wir ganz viele Leute ausgegliedert ins Betreutewohnen Da waren ja auch gut aufgestellt.

00:07:28: Das war eine Projektgruppe, da waren viele Mitarbeiter sich mit Menschen unseren Leuten einfach beschäftigen sehr intensiv beschäftigen konnten.

00:07:36: wir konnten haben ich war wie ein Wacken mit den Leuten.

00:07:39: Wir waren mehrmals am Rock am Ring, wir waren am Summer Breeze, wir haben viele Urlaube gemacht.

00:07:44: also ne richtig hasse.

00:07:45: Inklusion damals schon wo man richtig sehen konnte wie die Leute sich entwickelt haben Zwänge auch wenn für kurze Zeit irgendwie loslassen können schön zu beobachten.

00:07:55: das waren sehr tolle Erfolge.

00:07:56: Aber wie gesagt, viele Sachen sind einfach nicht mehr möglich.

00:07:59: Was

00:08:00: haben Sie für sich persönlich auf diese Reisen mitgenommen?

00:08:03: Haben die Veränderungen an sich selbst

00:08:04: bemerkt?

00:08:05: Ja ich meine, ich bin in den sechsundzwanzig Jahre hier.

00:08:08: Josef's Haus hat mich auf jeden Fall geprägt.

00:08:10: aber ja es halt verändert das Leben.

00:08:15: Mit Hingabe arbeitet, kann man das nicht immer so loslassen und es beeinflusst einfach das private Leben.

00:08:23: Man springt halt auch rein, muss in meiner Frau raus sagen hey ist jetzt keiner da?

00:08:27: Kann die Leute nicht ausmachen.

00:08:28: wie eine Computerhilfsbereitschaft hat auf jeden Fall

00:08:31: in mir erweckt.

00:08:32: Inwiefern habt ihr Werdegang im St.

00:08:33: Josephs Haus hier lehren außerhalb des Hauses sonst

00:08:36: noch beeinflussen?

00:08:37: Man wird ja immer wieder gefragt wann arbeitet dem richtigen Leben?

00:08:40: ich bin ja auch viel unterwegs was mir auch eben aus St.

00:08:43: Josef's Haus ermöglicht hat gewisse Freiheiten.

00:08:46: Natürlich erkämpft man sich ja auch in vielen Jahren auf gewisse Rechte und ich, das war immer so ein bisschen Nehmen und Geben zwischen mir und die Osofshaus Ich habe viel geholfen ausgeholfen.

00:08:58: aber der Osofshaus hat mich auch viele Freiheiten gegeben dass ich halt mal ein bisschen mehr Urlaub machen konnte mit Überstunden bzw vor dem Urlaub noch paar Tage frei nach dem Urlaub paar Tage freikon ich immer ein bisschen ausdehnen weil ich halt auch gerne reise.

00:09:11: und da werde ich halt viel gefragt was?

00:09:13: Was machst du denn?

00:09:14: für eine behinderten Hilfe.

00:09:16: Und das hat mir halt viel Respekt gegeben von den Leuten, dass bekommt man tatsächlich.

00:09:19: viele sagen ja also was könnte ich nicht?

00:09:22: und da sage ich immer ja also bevor man das nicht ausprobiert hat gibt mich mehr solche Behauptungen nicht stellen, dass sich das nicht könnte weil ich habe mich auch nie in so einem Beruf gesehen.

00:09:31: Ich hab mich mehr wie ich vorhin gesagt habe in der Wirtschaft gesehen und hier und trotzdem bin ich hier eigentlich glücklich und wüsste jetzt auch nicht was ich hätte anderes.

00:09:40: Was denken Sie im Rückblick über Ihre Reise?

00:09:43: Gibt es etwas, das besonders wertvoll für sie

00:09:45: ist?

00:09:45: Für mich wäre wertvoll.

00:09:47: Ich habe tolle Zeit gehabt.

00:09:48: Tolle Zeit.

00:09:49: Ich hab tolle Menschen kennengelernt und Mitarbeiter.

00:09:51: Ich hatte tolle Bewohner, tolle Charaktere kennengelernt.

00:09:54: Leider auch viel kommen und gehen!

00:09:57: Leider habe ich gesehen wie viele tolle Mitarbeiter gegangen sind weil sie dann doch nicht glücklich waren.

00:10:02: Ich würde gerne bis Ende meiner Tage hier arbeiten zumindest bis zum Ende.

00:10:07: Ich bedanke mich für dieses Gespräch.

00:10:09: Jede Geschichte, die wir hören verändert etwas in

00:10:12: uns.

00:10:12: Sie erinnert uns daran wie vielfältig das Leben ist und wie sehr wir alle miteinander

00:10:18: verbunden sind.

00:10:19: Wir begegnen täglich Menschen, die uns zeigen

00:10:22: dass

00:10:22: Mut oft leise ist Und dass das Leben viele Gesichter hat!

00:10:27: Wir hoffen dass ihr auch beim nächsten Mal wieder dabei seid Auf unserer Reise mit den Lebensgeschichten im St.

00:10:34: Josephshaus.

00:10:35: Danke fürs Zuhören.

00:10:37: Bleibt neugierig bleibt aufmerksam für den Menschen.

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